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EKSPERTEN

AUS DEN SOZIALEN MEDIEN

 

Wie soziale Foren
Informationschaos im Gartenbau erzeugen

 

Mai 2026. In den Garten­gruppen der sozialen Medien taucht eine Welle von Fotos auf. Braun werdende Thujen, besorgte Gartenbesitzer und Hunderte Kommentare von „Experten“, die ganz genau wissen, was passiert ist und was man tun muss. Das Problem ist: Die meisten dieser Experten liegen falsch.

Seit mehreren Jahrzehnten beschäftige ich mich beruflich mit Thujen. Ich habe im Mai dieses Jahres viele braun werdende Hecken gesehen – und für mich war die Ursache in den meisten Fällen eindeutig. Die physiologische Wintertrockenheit ist ein Phänomen, das jedem erfahrenen Gärtner bekannt ist, in der Fachliteratur beschrieben wird und typische Symptome zeigt, die man klar erkennen kann. In den sozialen Medien wurde das Thema „physiologische Trockenheit“ vielleicht ein paar Mal erwähnt. Dafür tauchten Fungizidspritzungen, Magnesiumsulfat und die Theorie über Mai‑Frost in Hunderten Kommentaren auf.

Ein eigenes Kapitel war die Panik rund um Schädlinge. Borkenkäfer und der Wacholderprachtkäfer Lamprodila festiva wurden als Ursache für das massenhafte Absterben ganzer Pflanzen im ganzen Land genannt. Dabei sind diese Schädlinge Anfang Mai noch gar nicht aktiv, und Mitte Mai beginnen sie erst aufzutauchen. Außerdem verursacht Lamprodila festiva das Absterben einzelner Zweige, wenn der Käfer in die Pflanze eindringt – nicht das Vertrocknen ganzer Thujen. Die beschriebene Dimension des Problems und die Symptome passten schlicht nicht zur Biologie dieses Schädlings. Doch niemand überprüfte das.

Dieser Artikel ist keine Kritik an Menschen, die im Internet nach Hilfe suchen. Ich verstehe das – Garten­gruppen sind kostenlos, sofort verfügbar und voller Leute mit ähnlichen Problemen. Es ist völlig natürlich, dass man sich dorthin wendet, wenn im eigenen Garten etwas mit den Pflanzen passiert.

Dieser Artikel ist eine Warnung vor etwas anderem. Vor einem Phänomen, das ich „Experten aus den sozialen Medien“ nenne. Vor einem Informationschaos, das statt zu helfen, zu falschen Maßnahmen führt und Probleme verschärft. Und vor der Illusion, dass eine Antwort eines anonymen Nutzers, basierend auf einem einzigen Foto, gleichwertig ist mit einer Diagnose von jemandem mit jahrzehntelanger Erfahrung.

Denn im Gartenbau gilt – genau wie in der Medizin, Eine falsche Diagnose führt zu einer falschen Behandlung. Und die Zeit, die vergeht, bis der Gartenbesitzer merkt, dass die Ratschläge aus dem Forum nicht helfen, entscheidet oft darüber, ob die Pflanze überhaupt noch gerettet werden kann.

 

I. WER SIND DIE „EXPERTEN AUS DEN SOZIALEN MEDIEN“

  1. Woher stammen die Ratschläge in Gartenforen?
  2. Warum fühlt sich jeder als Experte, sobald er ein Foto sieht?

 

II. FALLSTUDIE: MAI 2026 — BRAUN WERDENDE THUJEN

  1. Was wirklich passiert ist — physiologische Wintertrockenheit

  2. Was die Foren behaupteten — Spätfrost, Pilzbefall, Magnesiummangel

  3. Folgen falscher Ratschläge — Spritzungen ohne Wirkung, verlorene Zeit

 

III. INFORMATIONSCHAOS UND SEINE AUSWIRKUNGEN

  1. Die Analogie: ein Patient, der mit einer fertigen Selbstdiagnose zum Arzt kommt

  2. Wo man verlässliche Hilfe findet

 

IV. BONUS – Interessante Beobachtung:

  1. Woran erkennt man einen echten Experten und einen „Experten aus den sozialen Medien“

 

I. WER SIND DIE „EXPERTEN AUS DEN SOZIALEN MEDIEN“

 

  1. Woher stammen die Ratschläge in Gartenforen?

 

Gartengruppen in den sozialen Medien sind heute äußerst beliebt. Auf Facebook existieren Dutzende Gruppen, die sich dem Gartenbau, Thujen, Hecken und der Pflanzenpflege widmen. Einige von ihnen haben zehntausende Mitglieder. Auf den ersten Blick wirken sie wie eine wahre Wissensquelle. In Wirklichkeit sind sie jedoch etwas ganz anderes.

Der Mechanismus solcher Gruppen ist einfach: Ein besorgter Gartenbesitzer macht ein Foto seiner braun werdenden Thuja und stellt es mit der Frage „Was passiert mit meinen Thujen?“ online. Innerhalb weniger Minuten erscheinen mehrere, manchmal sogar Dutzende Kommentare. Jeder Kommentierende sieht dasselbe Foto – oft unscharf, aus einem einzigen Blickwinkel aufgenommen, ohne Informationen über Bodenart, Wasserverhältnisse, Düngegeschichte oder Bewässerung. Und jeder stellt auf dieser Grundlage eine Diagnose.

 

Woher kommen diese Diagnosen? Aus drei Quellen:

  • Erstens: aus den eigenen Erfahrungen des Kommentierenden. Diese können wertvoll sein, beziehen sich aber ausschließlich auf seinen eigenen Garten und seine eigenen Bedingungen – nicht unbedingt passend zur Situation des Fragenden.
  • Zweitens: aus Informationen, die der Kommentierende zuvor in anderen Foren oder irgendwo im Internet gelesen hat. Oft handelt es sich dabei um wiederholte Irrtümer, wie ich sie im Artikel Mythen über Thujen beschrieben habe.
  • Drittens: und das wird immer häufiger – aus Antworten, die von einer KI generiert wurden, die der Kommentierende vor dem Schreiben seines Beitrags befragt hat.

 

Das Ergebnis ist, dass unter einem einzigen Foto gleichzeitig fünf verschiedene Diagnosen und zehn widersprüchliche Ratschläge erscheinen. Der Gartenbesitzer erhält statt einer klaren Antwort reinen Informationschaos. Und meistens folgt er dem Rat, der am häufigsten genannt wurde oder am überzeugendsten klang – nicht unbedingt dem, der richtig ist.

 

  1. Warum fühlt sich jeder als Experte, sobald er ein Foto sieht?

 

Im Menschen liegt etwas, das ihn dazu bringt, bei einem sichtbaren Problem sofort helfen zu wollen. Das ist ein guter Reflex. Das Problem entsteht jedoch dann, wenn der Wunsch zu helfen größer ist als das Wissen, das nötig wäre, um tatsächlich sinnvolle Hilfe zu leisten.

In Gartenforen wirkt dieser Mechanismus besonders stark. Ein Foto einer braun werdenden Thuja ist einfach und klar. Jeder versteht es. Jeder hat irgendwann einmal eine braune Thuja gesehen. Und jeder verbindet mit diesem Anblick irgendeine Erfahrung – sei es aus dem eigenen Garten, aus einem Artikel im Internet oder aus einem Rat, den man vom Nachbarn gehört hat. Diese Assoziation wird zur Diagnose, und die Diagnose wird zum Kommentar, der Hunderte andere Nutzer erreicht. Niemand fragt nach Details.

Niemand bittet um ein Foto der Wurzeln, um Informationen darüber, wie tief die Pflanze gesetzt wurde, wie der Boden beschaffen ist, wie die Bewässerung in den letzten Monaten aussah oder wie der Winter verlaufen ist. Solche Fragen stellt ein erfahrener Gärtner. In einem Forum stellt sie vielleicht eine Person von zwanzig Kommentierenden. Die übrigen neunzehn geben eine Diagnose ab – ohne diese Informationen.

Zusätzlich wirkt in sozialen Medien ein Verstärkungsmechanismus für populäre Antworten. Ein Kommentar, der viele „Likes“ bekommt, erscheint glaubwürdiger. Eine Antwort, die viele Nutzer geben, wirkt sicherer.

Doch im Gartenbau hat die Popularität einer Diagnose nichts mit ihrer Richtigkeit zu tun. Die physiologische Wintertrockenheit ist weniger „spektakulär“ und weniger bekannt als Pilze oder Schädlinge – deshalb erhält sie weniger Likes. Und genau deshalb verliert sie im Internet gegen eine falsche Diagnose.

 

II. MAI 2026 - BRAUN WERDENDE THUJEN

 

  1. Was wirklich passiert ist — physiologische Wintertrockenheit

 

Der Mai 2026 war für viele Gartenbesitzer ein schwieriger Monat. Hecken, die den ganzen Winter über gut aussahen, begannen plötzlich zu bräunen. Das Phänomen war weit verbreitet und betraf Gärten in verschiedenen Teilen des Landes. In den Gartenforen kochte die Stimmung hoch.

Für einen erfahrenen Gärtner war die Ursache in den meisten Fällen eindeutig. Die physiologische Wintertrockenheit tritt auf, wenn die Pflanze über einen langen Winterzeitraum Wasser über die Nadeln verliert, während gefrorener oder ausgetrockneter Boden verhindert, dass die Wurzeln diesen Verlust ausgleichen. Wenn der Frühling kommt und die Pflanze wieder aktiv wird, zeigt sich, dass ihre Gewebe dehydriert sind. Das Ergebnis ist das Braunwerden der Nadeln – oft symmetrisch und ganze Bereiche der Pflanze betreffend, sowohl außen als auch innen.

Das ist keine Krankheit. Das ist kein Schädlingsbefall. Es ist eine physiologische Reaktion der Pflanze auf Wassermangel, dessen sichtbare Folgen erst im Frühjahr auftreten, obwohl die Ursache im Winter lag. Die Lösung besteht in richtiger Bewässerung und Geduld, nicht in chemischen Spritzungen.

Dieses Phänomen sowie andere Ursachen für das Braunwerden von Thujen habe ich ausführlich im Artikel Pflegefehler bei Thujen beschrieben. Ich empfehle die Lektüre jedem, der sich fragt, warum seine Thujen sowohl außen als auch innen braun werden.

 

  1. Was die Foren behaupteten — Spätfrost, Pilzbefall, Magnesiummangel

 

In den Gartenforen zeigte sich unterdessen ein völlig anderes Bild. Vier Diagnosen dominierten – jede selbstbewusst, jede mit Hunderten Kommentaren und „Likes“ untermauert.

  • Erstens: Spätfrost im Mai. Der Mai kann tatsächlich launisch sein, und Spätfröste kommen vor. Doch die Symptome nach Frost sind eindeutig und betreffen vor allem junge Triebe, nicht ganze Pflanzen. Das massenhafte Braunwerden älterer Hecken hatte mit Spätfrost nichts zu tun.
  • Zweitens: Pilzkrankheiten. Sofort tauchten Listen von Fungiziden auf und Empfehlungen für „sofortiges Spritzen“. Pilzkrankheiten zeigen jedoch typische Merkmale – oft sichtbare Myzelien oder charakteristische Flecken. Das Braunwerden durch physiologische Wintertrockenheit sieht völlig anders aus. Ein Fungizidspritzung gegen Wintertrockenheit ist nicht nur wirkungslos, sondern reine Zeit- und Geldverschwendung – genau in dem Moment, in dem die Pflanze vor allem Wasser braucht.
  • Drittens: Magnesiummangel und Magnesiumsulfat als „Wundermittel“. Das ist einer der beliebtesten Gartenmythen, den ich im Artikel Mythen über Thujen ausführlich beschrieben habe. Magnesiumsulfat hilft ausschließlich dann, wenn tatsächlich ein Magnesiummangel im Boden vorliegt – was eine vorherige Bodenanalyse erfordert. Unnötig angewendet hilft es nicht und kann den Boden sogar übermäßig versalzen.
  • Viertens: Schädlinge, besonders Borkenkäfer und der Südlicher Wacholderprachtkäfer (Lamprodila festiva). Anfang Mai sind diese Schädlinge noch nicht aktiv, und selbst wenn sie Mitte Mai auftreten, verursachen sie das Absterben einzelner Zweige – nicht ganzer Pflanzen auf einmal. Das massenhafte Braunwerden von Hecken im Mai hatte schlicht nichts mit der Aktivität von Lamprodila festiva zu tun.

 

  1. Folgen falscher Ratschläge — wirkungslose Spritzungen, verlorene Zeit

 

Der Gartenbesitzer, der den Ratschlägen aus dem Forum folgte, verlor vor allem Zeit. Anstatt sofort mit einer intensiven Bewässerung zu beginnen und die eigentliche Ursache des Problems zu beseitigen, führte er Spritzungen durch, die keinerlei Einfluss auf die physiologische Wintertrockenheit hatten. Jeder Tag Verzögerung ist bei einer dehydrierten Pflanze entscheidend.

Er verlor auch Geld für Präparate, die in dieser Situation völlig unnötig waren. Fungizide, Magnesiumsulfat, Mittel gegen Schädlinge – all das sind Ausgaben, die bei einer korrekten Diagnose überhaupt nicht entstanden wären.

Noch schlimmer ist, dass einige dieser Maßnahmen der Pflanze zusätzlich schaden konnten. Spritzungen, die bei Sonne oder hohen Temperaturen durchgeführt werden, können Verbrennungen an den Nadeln verursachen. Ein Überschuss an Magnesiumsulfat stört den Mineralhaushalt des Bodens. Die Pflanze, die ohnehin durch Wintertrockenheit geschwächt war, musste zusätzlich mit den Folgen einer falschen Behandlung zurechtkommen.

Genau das ist der größte Preis des Informationschaos in den sozialen Medien. Es geht nicht nur um einen schlechten Rat. Es geht darum, dass ein schlechter Rat den guten ersetzt, Zeit und Ressourcen verbraucht, die für die richtige Maßnahme nötig wären, und den Moment verzögert, in dem der Gartenbesitzer endlich zu jemandem gelangt, der ihm wirklich helfen kann.

 

III. INFORMATIONSCHAOS UND SEINE AUSWIRKUNGEN

 

  1. Die Analogie: ein Patient, der mit einer fertigen Selbstdiagnose zum Arzt kommt

 

Ärzte kennen dieses Phänomen sehr gut. Ein Patient erscheint zur Sprechstunde mit einer bereits fertigen Diagnose, die er kurz vor dem Termin „ergoogelt“ hat. Er ist überzeugt, dass er genau weiß, was ihm fehlt. Der Arzt, der versucht, eine andere Erklärung vorzuschlagen, stößt sofort auf Widerstand: „Aber im Internet stand, dass es … sein könnte“ oder „Im Forum haben alle gesagt, dass …“. Das Gespräch hört auf, eine medizinische Beratung zu sein, und wird zu einem Streitgespräch mit dem Algorithmus der Suchmaschine.

Im Gartenbau passiert exakt dasselbe. Ein Gartenbesitzer, der eine Stunde in einer Gartengruppe verbracht und zwanzig Kommentare gesammelt hat, kommt zum Spezialisten mit einem fertigen Set an Diagnosen und erwartet die Bestätigung einer davon. Wenn der Spezialist erklärt, dass die Ursache eine völlig andere ist, entsteht Ungläubigkeit: „Aber so viele Leute haben gesagt, dass es Pilze sind …“. Die Anzahl der Menschen, die einen Fehler wiederholen, verwandelt diesen Fehler nicht in Wahrheit.

Das Problem ist jedoch tiefer als nur der Verlust von Zeit für ein Gespräch. Ein Gartenbesitzer, der überzeugt ist, die Diagnose bereits zu kennen, hat oft die Ratschläge aus dem Forum schon umgesetzt, bevor er überhaupt beim Spezialisten ankommt. Die Spritzungen wurden durchgeführt, Magnesiumsulfat wurde ausgebracht, Zeit ist vergangen.

Der Spezialist beginnt seine Arbeit nicht am Ausgangspunkt, sondern an einem Punkt, an dem er zunächst die Schäden beurteilen muss, die durch die falsche Behandlung entstanden sind — und erst danach kann er sich dem eigentlichen Problem widmen.

 

  1. Wo findet man verlässliche Hilfe?

 

Ich verstehe, dass Gartengruppen in den sozialen Medien bequem und kostenlos sind. Ich verstehe auch, dass jemand, der braun werdende Thujen sieht, eine sofortige Antwort und sofortiges Handeln möchte. Das ist völlig natürlich.

Aber eine sofortige falsche Antwort ist schlimmer als ein Moment Geduld und der Griff zu einer verlässlichen Wissensquelle.

Der erste Schritt sollte immer sein, die verfügbaren Materialien von Personen mit nachweisbarer Erfahrung sorgfältig zu lesen. Auf meiner Webseite findest du eine umfangreiche Wissensbasis über Thujen, aufgebaut über Jahrzehnte praktischer Arbeit im Gartenbau. Der Artikel Pflegefehler bei Thujen ist ein guter Ausgangspunkt, wenn Pflanzen Probleme bereiten. Dort findest du eine detaillierte Beschreibung von Symptomen, Ursachen und Vorgehensweisen in verschiedenen Situationen.

Wenn die eigene Recherche keine Antwort bringt oder wenn das Problem ernst ist und eine individuelle Einschätzung erfordert, habe ich zwei Dienstleistungen geschaffen, die helfen können:

 

  • Erstens: Diagnose Eine detaillierte Analyse des Problems anhand von Fotos und Informationen über den Garten, abgeschlossen mit einem konkreten Maßnahmenplan. Diese Lösung ist für Menschen gedacht, die absolute Sicherheit über die Ursache und einen präzisen Handlungsplan wünschen.
  • Zweitens: Telefonische Beratung Eine schnellere und kostengünstigere Form der Beratung. Sie eignet sich, wenn das Problem ein Gespräch und einige gezielte Hinweise erfordert, ohne dass eine vollständige Diagnose notwendig ist.

 

Beide Dienstleistungen haben eines gemeinsam: Sie basieren auf der Praxis eines Gärtners, die man nur durch jahrelange Beobachtung echter Gärten unter echten Bedingungen erwerben kann. Nicht durch einen Algorithmus, nicht durch durchschnittliches Internetwissen, sondern durch Erfahrung, die ausschließlich durch langjährige Praxis entsteht.

 

Bonus

 

IV. BONUS – Interessante Beobachtung:

 

  1. Woran erkennt man einen echten Experten und einen „Experten aus den sozialen Medien“

 

Wie erkennt man einen guten Experten

von einem „Social‑Media‑Experten“?

 

Nach der Lektüre dieses Artikels stellt sich eine natürliche Frage: Wie unterscheidet man den Kommentar einer Person, die wirklich weiß, wovon sie spricht, von einem Kommentar, der selbstbewusst klingt, aber falsch ist? Hier einige praktische Hinweise.

• Ein guter Experte fragt, bevor er antwortet.

Die erste Reaktion einer Person mit echter Fachkenntnis ist keine fertige Diagnose, sondern eine Frage nach Details: Welcher Boden? Wie verlief der Winter? Wie wurde bewässert? Wie tief ist die Pflanze gesetzt? Fehlen diese Fragen, ist das ein erstes Warnsignal. Eine Diagnose ohne Informationssammlung ist immer eine Diagnose „ins Blaue hinein“ – egal wie überzeugend sie klingt.

 

• Ein guter Experte gibt zu, wenn er etwas nicht weiß.

Wahre Fachkenntnis geht immer mit dem Bewusstsein ihrer Grenzen einher. Ein erfahrener Gärtner, der ein unscharfes Foto einer Thuja sieht, sagt: „Auf Basis dieses Fotos kann ich es nicht beurteilen, ich brauche mehr Informationen.“ Ein Social‑Media‑Experte sagt: „Das sind ganz sicher Pilze, sofort spritzen!“

 

• Ein guter Experte erklärt den Mechanismus – nicht nur die Lösung.

Der Unterschied zwischen Wissen und Information besteht darin, dass Wissen erklärt, warum etwas passiert. Nicht nur: „Gib Torf.“ Sondern: „Gib Torf, weil sich Kompost nach einigen Jahren mineralisiert und aus der Bodenstruktur verschwindet.“ Nicht nur: „Im Winter gießen.“ Sondern: „Im Winter gießen, weil Thujen auch bei Minusgraden Wasser über die Nadeln verlieren und gefrorener Boden die Wasseraufnahme verhindert.“ Wer den Mechanismus erklären kann, besitzt echtes Wissen. Wer nur Rezepte ohne Erklärung liefert, wiederholt etwas, das er irgendwo gelesen hat.

 

• Ein guter Experte hat dokumentierte Erfahrung.

Im Internet kann jeder behaupten, er sei Gärtner mit zwanzig Jahren Praxis. Es lohnt sich zu prüfen, ob hinter dieser Behauptung konkrete Inhalte stehen: Artikel, Fallbeschreibungen, Fotos aus echten Gärten, eine nachvollziehbare berufliche Geschichte. Wissen hinterlässt Spuren. Fehlen diese Spuren, ist das bei lauten Behauptungen ein weiteres Warnsignal.

 

Interessante Tatsache:
Der Dunning‑Kruger‑Effekt

 

Studien zum sogenannten Dunning‑Kruger‑Effekt zeigen, dass Personen mit wenig Wissen in einem bestimmten Bereich ihre Kompetenzen oft überschätzen und ihre Meinungen mit größerer Selbstsicherheit äußern als echte Experten. Ein echter Experte weiß, wie viel er noch nicht weiß. Ein Anfänger hat dieses Bewusstsein oft nicht. In Gartengruppen der sozialen Medien wirkt der Dunning‑Kruger‑Effekt in voller Stärke: laut, selbstbewusst und mit vielen „Likes“.

Wie funktioniert das genau?

 

Die unerfahrene Person:

  • kennt nur einen kleinen Teil des Themas,
  • erkennt die eigenen Fehler nicht,
  • weiß nicht, wie viel sie noch nicht weiß,
  • und kann deshalb überzeugt sein, ein Experte zu sein.

 

Die erfahrene Person:

  • kennt die Komplexität des Themas,
  • sieht zahlreiche Ausnahmen und Nuancen,
  • ist sich der Grenzen ihres Wissens bewusst,
  • und äußert sich deshalb oft vorsichtiger.

 

Beispiel aus dem Gartenbau

Jemand liest ein paar Artikel über Thujen und glaubt nach einem Monat, alles über sie zu wissen. Wenn ein Experte mit jahrelanger Erfahrung komplexere Zusammenhänge zu Boden, Wurzeln oder Düngung erklärt, denkt der Anfänger oft, der Experte „kompliziert einfache Dinge“. Nicht weil der Anfänger ma rację, sondern weil nie posiada jeszcze wiedzy pozwalającej ocenić złożoność problemu.

Wichtiges Missverständnis

Der Dunning‑Kruger‑Effekt bedeutet NICHT, dass:

  • jede selbstbewusste Person inkompetent ist,
  • jeder Experte unsicher ist,
  • jede abweichende Meinung automatisch unter diesen Effekt fällt.

 

Es handelt sich um eine statistische Tendenz, die in psychologischen Studien beobachtet wird – keine Diagnose einer konkreten Person.

 

In der Praxis lässt es sich oft auf einen Satz reduzieren:

„Je weniger ich über ein Thema weiß,
desto leichter glaube ich, dass ich alles darüber weiß.“

 

Unsere Thujen stammen ausschließlich von professionellen Plantagen, sind gehärtet, gewässert, gedüngt und werden regelmäßig auf Schädlinge und Pilzkrankheiten gepflegt. Bitte lesen Sie alle Informationen und Ratschläge sorgfältig durch, denn mit gutem Wissen lassen sich viele Fehler bei der Pflanzung vermeiden. 

 

Lesen Sie bitte alle Informationen

 

Vor dem Kauf von Thujen sollte man gründlich überlegen, ob man ihre Anforderungen erfüllen kann. Damit unsere Thuja-Hecke schön und gesund aussieht, müssen wir die richtigen natürlichen Voraussetzungen schaffen. Durch die richtige Vorgehensweise danken es uns die Heckenpflanzen mit einem wunderbaren Aussehen.

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